Entdecke Kasachstan - Felsen Burytastagan
Region Abai

Felsen Burytastagan

Der Felsen Burytastagan, ein Art Uluru von Kasachstan, ist ein mystischer Ort in der flachen Steppe nahe Aksuat in Kasachstan.

Auf der Fahrt von Aksuat in Ostkasachstan zum Tarbagatai-Gebirge sieht man nahe dem Fluss Bogas eine Landschaft, wie man sie flacher und leerer noch nie zuvor erlebt hat: kein Baum, kein Hügel, kein Haus. Doch in der Ferne ist einsam ein heller Granitfelsen zu erkennen – der Burytastagan. Er liegt wie eine kleine Insel in einem Meer inmitten der flachen Steppe und erinnert einen sofort an den aufragenden Ayers Rock (Uluru) im flachen Outback von Australien. Es wird einem sofort klar, dass dieser markante Stein zweifellos auch hier jene Menschen angezogen haben muss, die diesen Ort als Erste erblickten, und dass sie ihn sicher zu einer spirituellen Stätte machten. Einige Felszeichnungen – auch Petroglyphen genannt – zeugen von der Bedeutung dieses Ortes. Es gibt sogar eine alte Legende, die von der Entstehung des Felsens Burytastagan erzählt:

Vor langer, langer Zeit lebte eine kasachische Riesin in dieser Gegend. Wie jeden Tag hütete sie ihre Schafherde an den Hängen des Tarbagatai-Gebirges. Um sich die Zeit zu vertreiben, spann sie Schafwolle mit einer Spindel zu Garn. Eines Tages tauchte ein Wolf (kasachisch: böri / bury) auf und versuchte, eines ihrer Schafe zu reißen. Sie ergriff ihre riesige Spindel und schleuderte sie (kasachisch: tastagan) nach dem Wolf, um ihn zurück in die weite Steppe zu vertreiben. Der Wolf erschrak, floh und wagte es nie wieder, die Herde der Riesin anzugreifen – doch die große Spindel blieb in der Steppe liegen und verwandelte sich in Stein. So erhielt der Felsen seinen Namen: Burytastagan (deutsch: „Dem Wolf entgegengeschleudert“).

Doch wie gelangte dieser gewaltige, etwa einen Kilometer lange und rund 20 Meter hohe Felsen eigentlich wirklich in Mitten dieser flachen Steppe? Sowohl die ersten ausländischen Forscher als auch die Einheimischen vermuteten zunächst, der Burytastagan sei ein riesiger Meteorit, der vor langer Zeit in das weite Grasland nahe dem Fluss Bogas gestürzt war. Nach eingehenden Untersuchungen kamen Geologen jedoch zu dem Schluss, dass der Felsen ausschließlich durch Wind und Wetter über Jahrmillionen hinweg geformt wurde und sein Gestein nicht aus dem Weltraum stammte. Auch wenn nun erwiesen ist, dass es sich bei dem Felsen nicht um einen Meteoriten handelt, bleibt sein Anblick inmitten der Steppe atemberaubend und ist ein Besuch wert.

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