
Frühlingsfest Nauryz – Zentralasien feiert in Berlin
Im berühmten Rathaus von Berlin-Schöneberg feierten die Länder Zentralasiens das Frühlingsfest Nauryz. Wir hatten die Freude dabei zu sein.
Am 28. März 2026 standen wir vor dem traditionsreichen Rathaus Schöneberg in Berlin. An diesem sonnigen Samstag blühten unzählige farbige Tulpen vor dem Gebäude, wo einst John F. Kennedy vom Balkon am 26. Juni 1963 seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ zu den anwesenden West-Berlinern während der deutschen Teilung rief. Obwohl Kasachstan das Geburtsland der Tulpen ist, war der Besuch dieser Frühblüher nicht unser Ziel. Denn an diesem Tag luden die zentralasiatischen Länder in das Rathaus um das Frühlingsfest Nauryz zu feiern.
Das Frühlingsfest Nauryz, das persischen Ursprung ist, markiert traditionell die Tag-und-Nachtgleiche und damit den Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel, der jedes Jahr am 21. März beginnt. Nauryz steht dabei sinnbildlich als das Wiedererwachen der Natur und der Neuanfang des Jahreszyklus. Seit 2009 ist Nauryz von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Zudem wird seit 2010 jährlich am 21. März der Internationale Tag des Nauryz begangen.
Im großen Willi-Brandt-Saal mischten wir uns unter die zahlreichen Gäste darunter die vielen Vertreter zentralasiatischer Communities aber auch viele Bewohner der Stadt Berlin. Besonders erfreulich war die starke Präsenz junger Menschen und Familien, die dem Fest eine lebendige und offene Atmosphäre verliehen.
Die Botschaften der zentralasiatischen Länder Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan hatten zudem festlich geschmückte Stände im Saal aufgebaut und auch ihre Botschafter waren zum Fest zugegen.
Initiiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Kathleen Göbel vom Cultur Cooperation International e.V., die mit viel Engagement durch das abwechslungsreiche Programm führte.
Zur Eröffnung sprachen Matthias Vollert vom Auswärtigen Amt sowie der stellvertretende Bezirksbürgermeister Matthias Steuckardt. Beide erinnerten an die historische Rolle des Rathauses Schöneberg, das bis 1991 das Rathaus von West-Berlin war – in einer Zeit, als Deutschland seit 1945 geteilt war.
In ihren Reden betonten sie, dass gemeinsame Werte und Traditionen Menschen auch in Zeiten der Trennung verbinden können. Diese Botschaft schlug eine Brücke zum Nauryz-Fest selbst, das in vielen Ländern Zentralasiens gefeiert wird und die Menschen über Grenzen hinweg vereint.
Im Anschluss richteten die Botschafter ihre Grußworte an das Publikum – jeweils in ihren Landessprachen. Besonders herzlich begrüßte der Botschafter der Republik Kasachstan, Nurlan Onzhanov, die Gäste mit den Worten: „Наурыз құтты болсын!“ – „Ein frohes Nauryzfest!“
Nach dem offiziellen Teil wurden die Besucher zu einem Rundgang eingeladen. An den liebevoll gestalteten Ständen präsentierten die Botschaften landestypische Snacks, Souvenirs, Dioramen, kulturelle Exponate und beeindruckende Landschaftsaufnahmen.
Beim anschließenden Mittag konnten die Gäste traditionelle Speisen wie Samsa, Nauryz-Koshe, Tschak-Tschak und Manti probieren – eine wahrhaft kulinarische Reise durch Zentralasien.
Danach stand Kultur im Mittelpunkt: Jedes Land stellte sich mit einem kurzen touristischen Werbefilm vor, der Landschaften und Traditionen präsentierte. Anschließende musikalische Darbietungen sorgten für Begeisterung – oft wurde mitgesungen und getanzt, und die Auftritte wurden mit großem Applaus gewürdigt.
Ein besonderes Highlight war für uns der Auftritt des ethnisch-folkloristischen Ensembles Kagan aus der kasachischen Stadt Schymkent, das auf traditionellen kasachischen Instrumenten wie Dombra und Kobyz stimmungsvolle kasachische Lieder spielte und damit das Publikum in seinen Bann zog.
Am Nachmittag, zum Abschluss der Veranstaltung, konnten die Gäste schließlich das in Zentralasien beliebte Reisegericht Pilaw genießen. In entspannter Atmosphäre wurden Gespräche vertieft, neue Kontakte geknüpft und Eindrücke ausgetauscht.
Das Frühlingsfest Nauryz im Rathaus Schöneberg war ein aus unserer Sicht rundum gelungenes Event, bei dem die Zeit für uns wie im Flug verging. Es zeigt mal wieder eindrucksvoll, wie kulturelle Traditionen Menschen verbinden und damit Brücken zwischen Ländern und Gemeinschaften geschlagen werden können.
Ein herzlicher Dank von uns geht an alle Beteiligten, die dieses besondere Fest möglich gemacht haben.
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