
Menhire Oshaktas im Altyn-Emel-Nationalpark
Die einsam in der Steppe stehenden Menhire Oshaktas im Altyn-Emel-Nationalpark sind steinerne Geheimnisse aus grauer Vorzeit.
Mitten in der weiten, fast surrealen Landschaft des Altyn-Emel-Nationalparks verbirgt sich ein Ort, der bis heute Rätsel aufgibt: die Menhire von Oshaktas. In einem stillen Tal nahe der Kalkan-Berge ragen diese geheimnisvollen Steinpfeiler aus dem Boden und ziehen Besucher unweigerlich in ihren Bann. Wer hier steht, spürt sofort – dieser Ort erzählt Geschichten, auch wenn wir ihren genauen Inhalt längst vergessen haben.
Steinerne Zeugen einer unbekannten Zeit
Die sogenannten Oshaktas-Menhire bestehen aus aufrecht stehenden Steinplatten mit einer Höhe von etwa zwei Metern. Sie sind dicht nebeneinander kreisförmig angeordnet und wirken auf den ersten Blick schlicht – und doch entfalten sie allein in der Steppe stehend eine erstaunliche Präsenz. Der Wind streicht durch das Tal, die Berge im Hintergrund werfen lange Schatten, und plötzlich fühlt man sich um Jahrtausende zurückversetzt.
Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen stammen die Menhire vermutlich aus dem Zeitraum zwischen dem 8. und 6. Jahrhundert v. Chr. – also aus einer Epoche lange vor den großen Reichen Zentralasiens. Damit gehören sie zu den ältesten menschengemachten Monumenten in dieser Region.
Legenden rund um Dschingis Khan
Wie so oft in Kasachstan ranken sich auch um Oshaktas eindrucksvolle Legenden. Eine der bekanntesten erzählt, dass Dschingis Khan im Jahr 1219 auf seinem Feldzug nach Westen hier Rast gemacht haben soll. Der Überlieferung nach habe man auf den spitzen der Steine einen riesigen Kessel aufgestellt, um Nahrung für die gesamte mongolische Armee zuzubereiten. Deshalb ist Oshaktas als Rastplatz „Dschingis Khans“ bekannt.
Historiker sehen diese Geschichte jedoch kritisch. Zum einen war es nicht Dschingis Khan selbst, sondern sein Feldherr Dzhebe-Noyon, der die Region Schetissu (Siebenstromland) erreichte. Zum anderen sind die Steinpfeiler deutlich älter als die mongolischen Feldzüge. Die Legende bleibt dennoch ein fester Bestandteil der lokalen Erzähltradition – und verleiht dem Ort eine zusätzliche mystische Aura.
Menhire – Monumente mit offenem Geheimnis
Ähnliche Steinsetzungen, sogenannte Menhire, finden sich auch an anderen Stellen im Altyn-Emel-Nationalpark, etwa im Bereich der berühmten Besshatyr-Grabhügel oder außerhalb Kasachstan in der Bretagne in Westfrankreich. So sind Menhire auch als Hinkelsteine durch den französischen Comic Asterix bekannt geworden. Weltweit geben aber solche Monumente Forschern bis heute Rätsel auf. Über Jahrhunderte hinweg konnten weder ihr genauer Zweck noch die spirituellen Vorstellungen ihrer Erbauer eindeutig geklärt werden.
Manche Theorien sehen in ihnen Opferstätten, andere vermuten Grenzmarkierungen, Wegweiser oder Bestandteile komplexer religiöser und kosmologischer Systeme. Wahrscheinlich erfüllten Menhire je nach Zeit und Kultur ganz unterschiedliche Funktionen. Sicher ist nur eines: Die wahre Bedeutung der Oshaktas-Menhire werden wir vermutlich nie vollständig entschlüsseln.
Ein Ort der Stille und Fantasie
Gerade diese Ungewissheit macht Oshaktas so faszinierend. Es ist kein Ort lauter Erklärungen, sondern ein Platz zum Innehalten, Nachdenken und Staunen. In der Weite des Altyn-Emel-Nationalparks, fernab moderner Zivilisation, stehen die Menhire wie stille Wächter einer vergangenen Welt.
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